Chimera

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schuessm
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Chimera

#1

Beitrag von schuessm » Fr 15. Mär 2019, 07:38

Hallo,

nachdem ich endlich meinen A8 auf AM8 DUAL (Chimera) umgerüstet habe fangen die Probleme schon an. In erster Linie macht der Chimera Stress im Dualdruck. Das Drucken mit einer Düse perfekt - kein Problem. Jetzt wollte ich mal die ersten Dual-Testdrucke zur Kalibrierung der Software machen und da geht der Mist schon los:

- Kühlkörper wird im Dualdruck scheinbar zu heiß, so dass die Nozzle Throats (Full Metall)das Material klemmen. Habe den Lüfter dann auf ziehen montiert, damit wurde es nicht mehr so heiß (47-50°C), aber es scheint nicht zu reichen. Sind hier Teflon Nozzle Throats ratsam? Erfahrungswerte/Umbauten bzgl. Kühlung? Sollte man Wärmeleitpaste benutzen für die Nozzle Throat? Oder backe ich da die Throats in den Kühlkörper?

- Zu Beginn des Drucks (ersten 3 Schichten) keine Probleme, Düse 1 liefert ordentlich Material, dann kommt Düse 2 liefert auch Material, Dann wieder Düse 1 und dann rattert der Extruder und es kommt nichts mehr aus der Düse 1, vermutlich verklemmtes Material, denn die Düse ist ja heiß genug und nach einer kleinen Abkühlungsphase und manueller Extraktion kommt wieder Material aus der Düse. Düse 2 kleckert schön auf den Rest, Trotz Retraktion 4 mm. Gibt es hier Erfahrungswerte zu den Retraktionswerten?

- Bowden sind ca. 70cm lang, Extruder (2x Titan Extruder) sitzt ausserhalb des Gehäuses und nicht am Rahmen des Druckers um Vibrationen zu vermeiden, hat jemand mit dieser Länge von Bowden Erfahrung bzgl. Retraktion bzw. generellen Settings zum Druck - sind ja recht lange Bowden?

- Hat jemand den Cyclops im Einsatz, damit hätte ich das Problem des Tropfens zumindest im Griff, wie verhält es sich aber mit einem sauberen abgegrenzten Farbdruck mit einer Düse? Vor allem wie ist es wenn ein PETG 240 und das andere 230°C zum Drucken benötigt? Hat damit jemand Erfahrung?

Würde mich freuen, wenn ich einige Erfahrungen von Euch zu meinen obigen Punkten erhalten würde. Natürlich am besten mit Lösungen ;-)

Beste Grüße
schuessm

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riff-raff
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#2

Beitrag von riff-raff » Fr 15. Mär 2019, 08:03

Hast du einen 18 mm Chimera oder einen 20 mm? Welches Throat nutzt du? Ich kann dir die Titan 6AL4V Throats nur wärmstens empfehlen. Den Kühlkörper befeuer ich mit einem Sunon MF30151V1-10000-A99.
Unbenannt.JPG
70 cm Bowden Tubing ist schon sehr lang, ich verwende aktuell 55 cm. Was du versuchen könntest ist die Bowdenqualität zu steigern. Der 0815-PTFE-Schlauch hat meist recht weite und/oder schwankende Innendurchmesser, Trianglelab bietet welchen mit "nur" 1,9 mm Innendurchmesser und das recht konstat. Ich hab die blaue Variante davon und bin recht zufrieden.
Gegen Oozing hilft neben Retraction (4 mm ist viel, ich fahr aktuell 2,9 mm) auch die Temperatur des pausierenden Hotends zu reduzieren. Slic3rPE bietet eine solche Option:
Unbenannt.JPG
(Zu finden unter Print Settings->Multiple Extruder

Bei den Materialien immer Heattower drucken und die Temperaturen möglichst niedrig ansetzen. Evtl. auch die Herstellerauswahl der Materialien überdenken, ich hab festgestellt, dass das Oozing-Verhalten sich doch gewaltig unterscheidet.

Nutzt du Silikonsocken für deine Heizblöcke? Welche Düsen verwendest du?

Generell ist Oozing das größte Problem des Chimera. Ich überlege mir aktuell einen Bondtech BMG-X2 zuzulegen und den Chimera im Direktextruder-Betrieb zu testen. Mich hält aktuell nur das Gewissen beim Blick auf den Anschaffungspreis ab.

Den Cyclops-Hotblock habe ich da, aber bisher nicht getestet. Ich vermute dass es da vor allem zu Kontaminationen durch Filamentreste kommt, die sich innerhalb des Blocks ablagern; es ist ja nicht so, dass das Throat, wie bei anderen Hotends aus dem Hause e3d üblich, auf Stoß mit der Düse montiert wird sondern versetzt und das flüssige Filament durch den Block geführt wird.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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#3

Beitrag von schuessm » Fr 15. Mär 2019, 10:29

riff-raff hat geschrieben:
Fr 15. Mär 2019, 08:03
Den Kühlkörper befeuer ich mit einem Sunon MF30151V1-10000-A99.
Ich nutze aktuell einen Noctua NF-A4x10 FLX mit einem Volumenstrom von 6,6 (8,2), allerdings wie gesagt ziehe ich die heiße Luft weg. Scheint mir effektiver zu sein. D.h. da nehmen sich unsere beiden Lüfter nichts.
riff-raff hat geschrieben:
Fr 15. Mär 2019, 08:03
auch die Temperatur des pausierenden Hotends zu reduzieren. Slic3rPE bietet eine solche Option:
Ich arbeite aktuell mit dem ideamaker, da mir bei Slic3rPE in letzter Zeit unter Linux öfters mal Murks rauskam. Aber da gibt es ähnliche Einstellungen. Prüfe ich nochmals genauer.
riff-raff hat geschrieben:
Fr 15. Mär 2019, 08:03
Evtl. auch die Herstellerauswahl der Materialien überdenken
Welchen Hersteller nutzt Du da bevorzugt? Ich habe das Material (überwiegend PETG) von der Schmezlbar und war im Singlemodus bisher immer zufrieden.
riff-raff hat geschrieben:
Fr 15. Mär 2019, 08:03
Nutzt du Silikonsocken für deine Heizblöcke? Welche Düsen verwendest du?
Habe aktuell nur diese Baumwollstreifen zwischen Kühlkörper und Heizblock um das Aufheizen etwas abzufangen. Ansonsten Throat, Düse etc. alles im Auslieferungs-China-Standard. Welche Empfehlungen/Erfahrungen hast Du an dieser Stelle?

Generell wollte ich halt die X-Achse entlasten und dachte ein Hotend ohne Direktextruder wäre da die beste Lösung und wenn schon dann halt gleich doppelt ;-)

Danke für Deine Tipps und Hilfestellungen.

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#4

Beitrag von riff-raff » Fr 15. Mär 2019, 10:39

Ich drucke auch fast ausschließlich PETG, für große, unkritische oder Funktionsteile nehm ich aktuell billiges Tianse PETG, was im Gegensatz zum PLA des Herstellers, recht passabel ist. Damit hab ich allerdings durchaus Oozing-Probleme. Für "schöne" Sachen gibts Extrudr, damit habe ich keine Oozing-Probleme.
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#5

Beitrag von red-orb » Fr 15. Mär 2019, 16:27

Kein Wunder, dass Du Problem mit der Kühlung hat wenn Du so erinnern “superduperflüsterleise“ Teil verwendest.
Schau Dir mal den statischen Druck an den Dein Lüfter leistet.
Gruß Kai

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#6

Beitrag von schuessm » Fr 15. Mär 2019, 18:06

Kommt es nicht auf den Lufstrom an um eine optimale Kühlung zu erhalten?

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#7

Beitrag von riff-raff » Fr 15. Mär 2019, 18:12

Nope, statischer Druck ist das was interessiert. Besonders wichtig bei der Bauteilkühlung
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#8

Beitrag von 7eggert » Fr 15. Mär 2019, 18:53

Mach mal ein Photo bitte
Befolge niemals Ratschläge aus Foren, wenn Du sie nicht verstehst. Frag nach.
Meine Aussagen treffe ich nach meinem Wissensstand, kann aber darüber hinaus sowie für Flüchtigkeitsfehler und Irrtümer keine Haftung übernehmen.

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#9

Beitrag von th33xitus » Fr 15. Mär 2019, 18:54


Ich halte den erforderlichen statischen Druck beim Hotendlüfter für vernachlässigbar. Das Interesse ist dort eher, möglichst viel Luftvolumen durch die Kühlrippen zu pusten. Die Kühlrippen selbst sorgen sehr wahrscheinlich für einen relativ geringen Widerstand. Also ist das Ziel dort die anstauende Wärme wegzufördern. Das macht man nicht unbedingt mit viel Druck, eher mit möglichst viel Volumen. Viel kaltes Luftvolumen welches Wärme aufnehmen kann.
Statischer Druck ist wie bereits genannt beim Bauteillüfter von besonderem Interesse.

Der hier genannte Sunon MF30151V1-10000-A99 sorgt für einen Volumenstrom von 10,19m³/h.
Im Vergleich dazu der hier erwähnte Noctua NF-A4x10 FLX lediglich 8,2m³/h, wenn mit dem Low Noise Adapter gedrosselt sogar nur 6,6m³/h.
Der Noctua ist zwar dann mit seinen 17,9 bzw 12,9dB(A) schön leise im Vergleich zum Sunon mit seinen 27dB(A), leistet dafür aber eben auch trotz größerem Formfaktors weniger. Es ist halt leider sehr weit verbreitet im Netz, dass man sich nen Noctua ans Hotend schrauben soll damit der Drucker schön leise wird. Klingt alles supergut, die Nachteile liegen jedoch auf der Hand und sind hier sichtbar.

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#10

Beitrag von riff-raff » Fr 15. Mär 2019, 19:04

Bei mir stehen Drucker in der Werkstatt, solange ich mich in der Küche beim Kaffe nicht vor Schreck ducke, weil ich meine ein Flugzeug landet im Vorgarten, ist mir die Geräuschkulisse von Lüftern egal. ;)
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#11

Beitrag von th33xitus » Fr 15. Mär 2019, 19:09

Ich halte die Lautstärke des Hotendlüfters auch für absolut nebensächlich.
Denn wenn bei mir der Bauteillüfter loslegt übertönt der den eh.
Aber ich hab lieber eine effiziente und gute Kühlung wenn ich sie brauche anstatt mir aufgrund von irgendwelchen "Silent-Spielereien" selbst unnötige Fehler einzubauen.

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#12

Beitrag von red-orb » Fr 15. Mär 2019, 19:10

Nein der Druck ist zu vernachlässigen da jenachdem welcher Art die Kühlrippen sind bieten die dem Lüfter einiges an Widerstand die durch den Lüfter überwunden werden müssen
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#13

Beitrag von riff-raff » Fr 15. Mär 2019, 19:18

Man kennt es evtl. aus dem bereich der Wärmetauscher und Radiatoren, je dichter die Kühlfinnen, desdo höher muss der statische und dynamische Druck sein. Formeln und Quelle hab ich atm nicht zur Hand.
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#14

Beitrag von schuessm » Di 23. Apr 2019, 07:17

Jetzt scheint es zu passen. Habe einen Sunon EB40201S2-999 verbaut.

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