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Frage zur Beurteilung des Druckbildes

Verfasst: Fr 7. Dez 2018, 20:13
von chapolote
Da ich ja wirklich noch komplett neu bin im 3D-Druck fällt es mir schwer zu beurteilen, was wie sein könnte, wie sein sollte. Darum fang ich jetzt mal ganz am Anfang an und habe die 2 Bilder eines angefangenen Drucks. Die Bilder zeigen die 2. Schicht, die gedruckt ist.
Ich frage mich, ob das so ok ist, daß man doch deutliche Riefen sieht oder ob da bei Euch schon alle Alarmglocken klingeln.
Filament ist PLA von OWL, Temperatur 200° und, falls das jemandem etwas sagt: bei Cura habe ich die Vorgabe „hoch“ vom Make-Magazin gewählt, hab die Schichtdicke aber von 0.1 auf 0.15 geändert.
Bin gespannt, wie ihr das beurteilt, möchte das ja so schnell wie möglich dann selber einschätzen können ;)

Re: Frage zur Beurteilung des Druckbildes

Verfasst: Fr 7. Dez 2018, 20:30
von th33xitus
Die Alarmglocken klingeln wenn ich OWL und Make-Magazin lese und mir deine Löcher anschaue. :D
Hast du IGUS-Gleitlager verbaut?

Re: Frage zur Beurteilung des Druckbildes

Verfasst: Fr 7. Dez 2018, 20:53
von chapolote
Ja, habe ich verbaut. Und die Löcher haben den Namen Loch nicht verdient....

Irgendwas ist oberfaul an meinem Drucker. Ist wieder in y-Richtung versprungen. Gerade bin ich nur noch frustriert, grrr....
Hab die Gleitlager verbaut, eine stabilere Aufnahme fürs Bett (das Plexiteil aus Make), Stabilisierungen für die z-Achse, bessere Führungs-Wellen, Riemenspanner für beide Riemen gedruckt (da ist er mal nicht gesprungen), Marlin aufgespielt und trotzdem springt er in y-Richtung lustig hin und her. Vielleicht zu viel Spannung, weil der y-Stepper ziemlich warm war, aber springt er dann?
Ich denke, ich muss schweren Herzens das Projekt erst mal auf Eis legen, hab einfach zu wenig Zeit gerade um zu experimentieren.
Was ist falsch an Make?

Re: Frage zur Beurteilung des Druckbildes

Verfasst: Fr 7. Dez 2018, 21:24
von th33xitus
chapolote hat geschrieben:
Fr 7. Dez 2018, 20:53
Was ist falsch an Make?
Die Tatsache, dass sie zu IGUS-Gleitlagern als Upgrade raten ohne offensichtlichen Plan zu haben was das Resultat davon ist.
Das Resultat sind deine formschönen "Kandinsky-Kreise". Wir haben hier genau dieses Bild schon dutzende Male gesehen (also...das Bild solch unschöner Kreise... nicht das Bild von Kandinsky :lol: ), und nahezu jedes mal stellte sich heraus das die Personen auf anraten dieser einen MAKE Ausgabe in der es um Anet Upgrades ging die IGUS Lager verbaut haben. Und die Leute die die MAKE nicht gelesen haben, haben den vermeintlichen Tipp mit den IGUS aus anderen Quellen.

Schmeiß die IGUS raus und bau die mitgelieferten Lager wieder ein.
Eventuell gibt sich dann gleichzeitig auch der Versatz in Y-Richtung.

Re: Frage zur Beurteilung des Druckbildes

Verfasst: Fr 7. Dez 2018, 21:36
von chapolote
Kann ich gerne versuchen. Was mich interessiert, ist, warum das mit diesen Lagern so ist. Technisch gesehen ist mir das auf den ersten Blick nicht wirklich logisch.
Das der Artikel nicht sonderlich gut recherchiert ist zeigt sich ja in der Empfehlung, Skynet3D aufzuspielen. Dachte nur, daß das der einzige Fauxpas ist.

Re: Frage zur Beurteilung des Druckbildes

Verfasst: Fr 7. Dez 2018, 21:39
von th33xitus
Stick-Slip-Effekt plus eine nicht 1000% ausgerichtete Mechanik (was bei einem Acrylrahmen unmöglich gegeben ist) und es fängt an zu klemmen.

Re: Frage zur Beurteilung des Druckbildes

Verfasst: Fr 7. Dez 2018, 22:56
von chapolote
Ja, hab inzwischen auch was dazu gefunden. Dort werden Feststoffgleitlager empfohlen. Was ist davon zu halten?

Re: Frage zur Beurteilung des Druckbildes

Verfasst: Sa 8. Dez 2018, 07:02
von th33xitus
Auch hier die Voraussetzung, dass die Mechanik 1000%ig ausgerichtet ist, ansonsten klemmt es auch bei denen.
Die "normalen" Linearlager verzeihen da halt eine gewisse Ungenauigkeit und laufen trotzdem mehr oder weniger sauber bzw verklemmen nicht.

Re: Frage zur Beurteilung des Druckbildes

Verfasst: Sa 8. Dez 2018, 10:48
von chapolote
Dann bleib ich erst mal beim Original. Dachte einfach, weil die ja relativ laut sind....Kann man da evtl. Mit irgendwas nachhelfen, schmieren? Graphit oder ähnliches, oder verstopfen die dann?
Noch ne Frage zum Druckbild von oben: gut, das Filament scheint nicht gerade erste Wahl zu sein, aber anderes habe ich nicht da und von dem gleich 5 verschiedene Farben.
Für mich sieht das irgendwie so aus, als ob die einzelnen Druckbahnen zu weit voneinander entfernt sind. Logische Folge wäre ja, daß der Filament-Durchmesser kleiner als 1.75mm ist. Ist er aber nicht, sondern 1.8mm +. Sollte ich das in Cura auch so angeben, oder liegt das in der Toleranz?
Oder scheint das nur so und in Wirklichkeit liegen die Bahnen zu eng und deshalb überlagern sie sich? Inwiefern spielt die Temperatur da ne Rolle? Ich hätte gedacht, vielleicht etwas hoch gehen, weil das Filament evtl. zu kalt ist und nicht richtig fließt. Andererseits hat er mir jetzt schon ab und an leichte Fäden gezogen, dann also eher zu warm?
Sorry, hoffe ich nerve nicht mit meinen Fragen. Hab wie gesagt leider nur wenig Zeit, sonst würde ich selbst experimentieren bis der Arzt kommt. Hoffe um Nachsicht.... ;)

Re: Frage zur Beurteilung des Druckbildes

Verfasst: Sa 8. Dez 2018, 11:04
von chapolote
By the way, wollte mich einfach auch mal zwischendurch bei Dir bedanken, the33xitus, daß Du bislang immer ein Ohr offen hast und hilfreich zur Seite stehst. Und dabei auch noch die Kunst nicht aus den Augen verlierst ;).

Re: Frage zur Beurteilung des Druckbildes

Verfasst: Sa 8. Dez 2018, 11:17
von th33xitus
Danke für die Blumen ;)

OWL Filament ist im Endeffekt der Inbegriff von "Toleranzbereich? Hamwa nich!".
Gerade bei dem Filament ist es wichtig den FD gescheit zu ermitteln. Wie das geht, steht in einer Anleitung hier im Forum.
Ich kenne das Filament selbst. Habe hier selber mehrere Rollen herumliegen die vom FD her zwischen "absoluter Horror" (über 2mm) bis hin zu "ok ist druckbar" (unter 1,65mm) schwanken.

Für alle weiteren Aussagen zum Druckbild fehlen die Parameter aus deinem Slicer.
Auf den ersten Blick scheint dein Flow noch zu hoch zu sein.
Optimalerweise ginge man das ganze jetzt mit den hier im Forum zur Verfügung gestellten Kalibrier-Objekten durch (findest du im Download-Bereich). Angefangen beim kleinen oder besser noch mittlerem Heattower und dann hin zum Test"würfel" mit Loch.

Re: Frage zur Beurteilung des Druckbildes

Verfasst: Sa 8. Dez 2018, 11:21
von red-orb
Ich kann mich th33xitus nur anschließen. Das OWL ist einfach das Letzte.
Was deine Zeit angeht wirst Du Dir die Zeit nehmen müssen wenn Du den Drucker verstehen und saubere Ausdrucke erzeugen willst.
Ein Abkürzung gibt es leider nicht.

Re: Frage zur Beurteilung des Druckbildes

Verfasst: Sa 8. Dez 2018, 12:59
von chapolote
Na toll, als ich damals Filament bestellte, hatte ich keine Ahnung und hab versucht ein Kompromiss aus Preis und Rezensionen/Herstellerangaben zu finden. Anscheinend hab ich mich da wohl nicht nur für ein minderwertiges, sondern sogar für das Schlechteste der Schlechten entschieden. Naja, in Abwandlung: wer es nicht mit dem Kopf hat, der hat es im Geldbeutel. Schön wärs 😉.
Werde mal recherchieren hier, was denn so empfohlen wird hier, nehm aber auch gerne direkt Empfehlungen an....

Re: Frage zur Beurteilung des Druckbildes

Verfasst: Sa 8. Dez 2018, 13:34
von red-orb
Empfehlenswert ist: Material4print, Extrudr, Procatec

Re: Frage zur Beurteilung des Druckbildes

Verfasst: So 9. Dez 2018, 11:53
von chapolote
So. Lager sind zurückgetauscht, außer das untere der x-Achse. Die Welle sitzt so dermaßen fest, daß ich sie nur mit Gewalt wieder rausbekommen würde. Und ja, die Madenschraube ist gelöst.
Was mir aufgefallen ist: irgendwann und irgendwie muß sich in der y-Richtung irgendwas verklemmt haben, der Tisch läßt sich plötzlich um Welten leichter bewegen. Komisch, daß mir das nicht aufgefallen war. Jedenfalls hat sich der Aufwand gelohnt, alles nochmal neu zu justieren, denn jetzt scheint er wieder sprungfrei zu drucken.
Filament hab ich auch ausgemessen, Differenzen von bis zu 0.1mm (Bereich von ca. 10m ausgemessen). Anscheinend, wenn ich lese, wie eklatant die bei OWL sein können, bin ich ja nochmal mit nem blauen Auge davon gekommen. Oder ist das für die Cracks hier auch schon jenseits von gut und böse?
Hab jetzt mal einen Temp-Tower gedruckt, nicht der von hier, weil ich mir nicht sicher war, ob ich schon die Erfahrung habe, Oberfläche und Brüchigkeit gut zu beurteilen.
Temperaturbereich war von 180-225, unten natürlich 225°, Schichtdicke 1.5, Flow 100%, 50mm/s Druckgeschwindigkeit und als Filamentdurchmesser der ermittelte Mittelwert von 1.81mm.
Was mich überrascht hat, daß die Unterschiede, zumindest für meine Anfängeraugen, gar nicht so eklatant scheinen. Bis ca 205° sieht man an dem Nippel Fadenbildung und die Nut hängt etwas durch, je heißer, je mehr, perfekt ist sie nirgends wirklich. Und die schmale Kante, wo sich die 2 Radien treffen, biegt sich über den gesamten Bereich rechts etwas hoch, nur bei 180°tut sie das nicht. Die Haftung scheint bei 180° auch ok zu sein, aber kann ich das tatsächlich beurteilen? Da ist natürlich noch viel Unsicherheit. Wie dem auch sei, für mich als Anfänger sieht er gar nicht so übel aus. Was meint ihr?
Drucke jetzt gerade die E3D Aufnahme bei 200°, die am Topic-Anfang so eirige Löcher hatte, die scheinen jetzt auch optisch rund zu sein, mal sehen, wie sie sind, wenn er fertig ist und was die Schieblehre zu sagt.....